• Körner mit offenen Händen

Verdeckte Aufklärung, Ermittlungen von Wirtschaftsdelikten, Human Intelligence und Screening der Schwachstellen von Firmen – es klingt wie aus einem Bond-Film. Für einige ist es die tägliche Arbeit. Wie zum Beispiel Michael Willer von der Human Risk Consulting GmbH. Im Interview spricht er über seine Arbeit und welche Rolle die treffsichere Analyse nonverbaler Signale für ihn spielt.

„Menschen sind das größte Sicherheitsrisiko“

Herr Willer, Sie waren Berufssoldat beim Feldnachrichtendienst. Was waren Ihre Aufgabengebiete?

Michael Willer (MW): Als Teil des militärischen Nachrichtenwesens habe ich in meiner Funktion Security Technologydie militärische Führung mit Informationen versorgt, welche wir durch menschliche Quellen gewonnen haben.

Sie haben den Schritt in die Selbstständigkeit bewusst gewählt. Wie profitieren Unternehmen von Ihren Fähigkeiten?

MW: Wir betrachten den Menschen als größtes Sicherheitsrisiko im Unternehmen. Mit Hilfe eines von uns entwickelten Penetrationstests bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit einer realistischen Simulation eines Angriffs auf ihr Firmenwissen. Diese Angriffe passieren tagtäglich in Deutschland und werden durch die Konkurrenten oder auch fremde Nachrichtendienste durchgeführt. Wir nutzen dabei unter anderem psychologische und sozialwissenschaftliche Manipulationen, das so genannte Social Engineering, um uns über den Menschen den Weg zum Firmen-Know-How zu erarbeiten. Das Ziel ist eine ganzheitliche Schwachstellenanalyse für den Kunden. Durch Schulungen im Unternehmen versuchen wir mit dem Kunden diese Lücken dann schnellstmöglich zu schließen.

Eine gute Menschenkenntnis ist für Ihren Beruf Grundvoraussetzung. Ist das angeboren, oder eine Fähigkeit, die Sie sich erarbeiten mussten?

MW: Ich denke eine gewisse positive Grundeinstellung zum Menschen und die Bereitschaft sich auf andere Menschen einlassen zu wollen, sollte die Mindestvoraussetzung sein. Bereitschaft zur Empathie muss da sein, den Rest kann man trainieren. Ich profitiere von den Erfahrungen, die ich für die Bundeswehr im Ausland machen durfte und lerne heute bei jedem Gespräch immer wieder Neues dazu.

Welche Rolle spielt die nonverbale Kommunikation bei Ihrer Arbeit?

MW: Die nonverbale Kommunikation spielt in meinem Geschäft eine ganz entscheidende Rolle. Nicht erst im Auftrag sondern schon in der Akquise und den Kundengesprächen nutze ich besonders die nonverbale Kommunikation als wichtiges Hilfsmittel, um sicher zu gehen, dass das Gesprochene auch das Gemeinte ist.

Sie haben bereits Kurse zur Mimikresonanz besucht. Was hat sich seitdem in Ihrer Wahrnehmung verändert?

MW: Die Mimikresonanz hat eine wichtige Lücke in meinem Wissen über nonverbale Kommunikation geschlossen. Die Möglichkeit, die Gefühle meines Gesprächspartners lesen zu können, verschafft mir immense Vorteile in der Gesprächsführung. Ich kann dadurch schnell und flexibel im Gespräch darauf reagieren und so Gesprächswiderstände und Kommunikationsstörungen vermeiden, noch bevor sie meinem Gesprächspartner überhaupt bewusst werden.

Wem würden Sie die Kurse empfehlen?

MW: Ich kann diese Kurse denjenigen Menschen empfehlen, die täglich Kontakt zu Menschen haben und dabei störungsfreier und erfolgreicher kommunizieren wollen. Sei es im Privatleben oder auf der Arbeit. Also jedem. (lacht)

Herr Willer, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Robert Körner

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